Steine sprechen. Teil 9

Zweifellos enthält die Alchemie einen Abschnitt, welcher der Erschaffung von Megalithen gewidmet ist, aber der „Stein der Weisen“ ist nicht der Hauptgegenstand dieser Wissenschaft.
Diese ist so vielseitig und tiefgehend, daß alle modernen Kenntnisse aus Physik, Chemie, Astronomie, Geologie und Anthropologie auch nicht ein Zehntel davon enthalten, womit sich die Alchemie befaßt.
Ich spreche von ihr in der Gegenwart, weil ich davon überzeugt bin, daß sie auch heute nirgendwohin verschwunden ist. Sie entwickelt sich auf ihre Weise, ohne ihre Tätigkeit an die große Glocke zu hängen.
Nur manchmal kommen einzelne Teile von ihr ans Licht – solche, wie zum Beispiel die DNS-Genealogie, und die Gen-Ingenieurtechnik, einschließlich der Klon-Technologie.

Wofür hat man dir das angetan, Megalith?

Aber ungeachtet des Weggangs der Alchemie in den Untergrund waren ihre Geheimnisse noch eine hinreichend lange Zeit zugänglich. Zum Beispiel kam noch im Jahre 1931 ein sehr rätselhaftes Buch in Leningrad heraus, das eine Umwälzung in der Welt der Wissenschaft vollziehen sollte.

Steine sprechen. Teil 9 - Megalithen
Handbuch des Handwerkers
справочник
Technisch-chemische Produktions-Rezeptur, Handbuch, für Techniker, Chemiker und Handwerker

Sollte, hat aber nicht ..

Schaut selbst. Hier ist einer der Abschnitte dieses Buchs, das der Erschaffung der „Steine der Weisen“ unterschiedlicher Art gewidmet ist:

I. Künstlicher Marmor und Granit

  1. Künstlicher Marmor nach Borchardt

1.1. Die Masse wird aus reinem Quartzsand, kohlensaurem Kalk, Talkum und Gips zubereitet, zu denen noch ein wenig feingemahlener Farbstoff hinzugefügt werden kann. Der verwendete Sand muß aus reiner Kieselerde bestehen, und für diesen Zweck wird er gewaschen und von allen organischen Bestandteilen gereinigt. Nach der vollständigen Durchtrocknung des Sandes werden 5 – 6% Trepel  (ein poröses leichtes Mineral, das aus Kieselerde und Tonerde besteht – d.Ü.) zugesetzt. Danach wird als Bindemittel auf jeweils 100 Teile Sand 6 – 7 Teile kohlensaurer Kalk zugesetzt, sowie 3 Teile Talkum, 4 Teile Gips und 3 Teile Feldspat.
Alle genannten Bestandteile werden mit einer geringen Menge Wasser vermischt. Die erhaltene Masse wird in eine Form eingebracht und nach ihrer vollständigen Durchtrocknung bei weißglühender Hitze in einem Ofen ohne Luftzug gebrannt.

1.2. Es werden 80 Teile Gips und 20 Teile kohlensaurer Kalk kleingerieben, gemischt und mit einem Gemisch von 1000 Teilen destilliertem Wasser und 1080 Teilen schwefelsaurem Kalk vermischt.

1.3. Man nimmt 1000 Teile Wasser, 1440 Teile Klebstoff und 1000 Teile Schwefelsäure. Dann wird der Teig daraus in eine Form gelegt und wenn er hart geworden ist, entnimmt man ihn, trocknet ihn zwei Stunden, schleift und poliert ihn in üblicher Weise.
Schließlich wird das Teil in eine Wanne aus Leinöl bei 70° Wärme getaucht, hernach getrocknet und mit Stearin eingerieben. Zur Färbung werden Anilinfarben empfohlen.

1.4. Künstlicher Marmor blaß-gelb bis weiß. 30 Teile grober weißer Sand, 42 Teile Kreide, 24 Teile Kolophonium und 4 Teile Branntkalk.

1.5. Grünlicher. 28 Teile grober Sand, 42 Teile Kreide, 2 Teile blauer Ultramarin, 24 Teile Kolophonium und 4 Teile Branntkalk.

1.6. Körperfarben. 28 Teile grober Sand, 42 Teile Kreide, 1 Teil blauer Ultramarin, 1 Teil Zinnoberrot, 24 Teile Kolophonium, 4 Teile Branntkalk.

  1. Marmor-Imitation

2.1. Nach Van-der-Stien.
Zuerst bereitet man Wasser vor, in welches der Gips eingerührt werden muß, ergänzt dazu Tischlerleim und Harz; der Leim wird in üblicher Weise in warmem Wasser gelöst, das Harz in einem warmen Terpentin-Bad.
In das auf diese Weise vorbereitete Wasser wird Gips so eingerührt, daß die ganze Masse für das Ausfüllen der Form reicht. Danach werden in das Gemisch die für die Färbung des Marmors notwendigen Farben ergänzt; die Farben sind in speziellen Gefäßen vorzubereiten.
Der auf diese Weise vorbereitete und gefärbte Marmor wird dann in eine Form aus Gips, Zement oder Kautschuk gegossen, für ebene Platten auf gläserne oder steinerne Tafeln.
Diese Marmorschicht wird in einer Dicke von 4 mm aufgebracht, danach wird eine Schicht trockener Gips draufgesiebt, um das überschüssige Wasser zu entfernen, das für das Lösen des gefärbten Gipses benutzt worden war.
Sobald diese Schicht pulverförmiger Gips sich gut mit dem Wasser, das im gefärbten Gips enthalten ist, durchfeuchtet hat, wird darauf eine dünne Schicht gut gelösten Gipses gegossen, und darauf wird Leinen oder Tuch gelegt.
Sodann folgt eine Schicht gelöster Gips, dem zerkleinerter Schotter beigemengt wurde. Diese letzte Schicht hängt von der Dicke ab, welche man dem Gegenstand geben will, der aus dem künstlichen Marmor herzustellen ist.
Sobald die Masse ausreichend fest geworden ist (im Verlaufe von 6 – 8 Stunden), wird sie von der Platte oder aus der Form genommen, mit Bimsstein abgerieben und die in der Masse vorhandenen Poren werden mit gelöstem Gips, der in der Hauptfarbe des gegossenen Gegenstandes gefärbt ist, gefüllt.
Um die Oberfläche wasserundurchlässig zu machen, wird sie mit siliziumsaurem Kalium bearbeitet, indem man sie entweder in eine Wanne taucht oder die Flüssigkeit mit Hilfe eine Pinsels aufbringt.
Wenn die Masse vollständig getrocknet ist, wird die Oberfläche poliert, wobei die Neuheit des Polierprozesses darin besteht, daß mit einem Tampon poliert wird, der mit einem Lappen umwickelt ist, welcher mit der nach einem besonderen Rezept gefertigten Politur getränkt ist:

2.1.1. Weiße Politur für hellen künstlichen Marmor: 100 Teile geweißten Gummilack, 600 Teile Alkohol, 25 Teile feingemahlener Gips.

2.1.2. Braune Politur: 100 Teile Gummilack orangener Farbe, 600 Teile Alkohol, 25 Teile feingemahlener Gips.
Zuerst wird der zu polierende Gegenstand mit einem in Alkohol getränkten Tampon abgerieben, dann wird die Politur mit einem anderen Tampon aufgetragen und mit diesem Tampon solange verrieben, bis ein gewisses Anhaften zu bemerken ist.
Die auf diese Weise hergestellte Politurschicht wird mit dem ersten mit Alkohol getränkten Tampon nachgearbeitet, bis eine vollständig glatte Oberfläche entsteht.

2.1.3. Schwarze Politur: hierfür wird auf einen Lappen ein wenig schwarze Anilinfarbe gegeben. Um eine gleichmäßige und sehr glänzende Politur zu erreichen, ist es notwendig, einen den Tampon überdeckenden Lappen von Zeit zu Zeit mit einigen Tropfen Öl zu schmieren.

2.2. Nach Rosmer.
Die aus gewöhnlichem Kalk hergestellten Gegenstände – Vasen, Figuren usw. – werden im Verlaufe von 12 Stunden bei einem Druck von 5 Atmosphären mit kochendem Wasser oder Dampf erwärmt.
Danach werden sie in eine Wanne gegeben, die aus einer Lösung von Alaun bei 5° nach B. besteht, in welcher sie von einem Tag bis zu mehreren Wochen verbleiben.
Auf diese Weise erhält der Stein eine höhere Härte und die Fähigkeit, eine Politur anzunehmen.Wenn man den Stein färben will, dann gibt man der Masse in Wasser gelöste Anilinfarben bei.

2.3. Nach Ostermeier.
Man mischt Kalkmilch mit fein zerstoßenem Marmor oder Kalkmilch mit Kreide, und zwar solange, bis eine Art dünner Brei entsteht.
Auf der Grundlage der Untersuchungen des Pompeji-Zements empfiehlt Ostermeier, zu diesen Masse eine hinreichende Menge grob zerstoßener Kalksteine hinzuzufügen. Dieser Zement trocknet und härtet sehr bald.

  1. Granit-Imitation

Es wird reiner feiner Sand mit Kies oder einer anderen Masse, welche Kieselstein enthält, gemischt, auch mit frisch gebranntem und zerkleinertem Kalk in folgenden Proportionen: 10 Teile Sand oder Kies und ein Teil Kalk. Der Kalk wird durch die Feuchtigkeit des Sandes gelöscht, zersetzt den Kiesel und bildet eine dünne Schicht um jedes Silizium-Sandkörnchen. Beim Erkalten wird das Gemisch mit Wasser erweicht. Dann werden 10 Teile zerstoßener Granit und ein Teil Kalk getrennt gemischt.
Beide Gemische werden dergestalt in metallische Formen getan, daß das Gemisch von Sand und Kalk die Mitte des Gegenstandes bildet und das Granit-Gemisch mit Kalk die äußere Hülle von 6 bis 12 mm Dicke (je nach Dicke des herzustellenden Gegenstandes).
Abschließend wird die Masse gepreßt und erhält durch das Trocknen an Luft ihre Härte.
Als Färbemittel dienen Eisenerz und Eisenoxid, welche heiß mit dem körnigen Granit vermischt werden.

Wenn man Gegenstände, die aus dem obengenannten Gemisch geformt werden, eine besondere Härte geben will, so lege man sie für eine Stunde in siliziumsaures Kalium und erhitze sie auf 150 °C.

II. Verschiedene künstliche Massen

  1. Albolit

Für die Zubereitung dieser Masse wird Magnesit zerkleinert und in faustgroßen Stücken in Retortenöfen, welche in Gaswerken benutzt werden, gebrannt. Das Eisenmagnesit wird in Kollermühlen zerkleinert, durch ein Haarsieb durchgesiebt und dabei mit einer entsprechenden Menge Trepel vermischt.
Aus diesem Zementpulver, in Wasser gelöst, kann man Ornamente ausarbeiten, wie aus Gips, aber mit Gips kann dieses nicht konkurrieren. Jedoch hat es eine andere wertvolle Eigenschaft, und zwar gibt es im Verbund mit einer mäßig starken Lösung Chlor-Magnesium eine harte und plastische Masse.
Eine in der richtigen Proportion angemischte Albolit-Zementmasse sollte, je nach Verwendungszweck, die Konsistenz eines mehr oder weniger zähen dünnen Breis aufweisen, welcher unter dem Einfluß der Arbeitstemperatur langsam eindickt und nach 6 Stunden aushärtet.
Wenn die Masse soweit hart geworden ist, daß man auf ihr die Fingernagelspuren sieht, wird in ihr ein Prozeß der Selbstverwärmung vor sich gehen, der in Abhängigkeit von der Größe und der Dicke des herzustellenden Gegenstandes unterschiedlich ist; dicke Platten erhitzen sich zum Beispiel auf über 100 °C.
Beim Gießen großer Gegenstände ist das ein schwer zu verhindernder Mangel und Klebeformen kann man nur mit großer Vorsicht anwenden. Man muß den Gegenstand früher aus der Klebeform herausnehmen, bevor der Erwärmungsprozeß beginnt.
Beim Gießen von kleinen Gegenständen ist die Erwärmung unbedeutend und stellt daher kein Hindernis dar. Die Plastizität der Masse ist außergewöhnlich groß.
Für Gipsornamente hat die Albolit-Masse den Vorteil, daß wenn man das Gipsornament mit einer dünnen Schicht Albolit überzieht, und dies wiederholt solange, bis nichts mehr eingezogen wird, dann erhält das Ornament äußerlich eine höhere Festigkeit.

Aus dieselbe Weise kann man auch anderen Materialien eine höhere Festigkeit verleihen. Für das Reparieren von Sandstein gibt es kein geeigneteres Material als den Albolit-Zement.
Mehrjährige Versuche haben gezeigt, daß es praktisch ist, Häuser mit Albolit zu schmieren. Im Haus ist es sehr praktisch, Treppenstufen, Böden usw. damit zu schmieren.
Holztreppen, die sich außerhalb befinden, wird empfohlen, mit einer Schicht Albolit zu überziehen.

  1. Beyerit

Beyerit st ein Skulptur-Material, das vom Skulptor Beyer in Paris erfunden wurde – es ist für kleinste Güsse geeignet wie auch für die größten Abmessungen, es übermittelt Konturen und Linien mit einer solchen Präzision, die man mit Gips niemals erreichen kann. Die Oberfläche der Gußteile, die man auch polieren kann, ist reinweiß und weist fast den gleichen Glanz und die gleichen Reflexe auf wie natürlicher Marmor.
Besonder gut ist diese Masse geeignet für das Gießen von Statuen – sie verleiht wie auch der Marmor diesen den Eindruck von Weichheit und Belebtheit, dank dem Spiel von Licht und Schatten.
An den Bruchstellen hat Beyerit einen kristallischen Aufbau, der sich durch eine ausreichend große Härte auszeichnet. Die gegossene Masse härtet schon nach einer Stunde aus und erfordert nur in seltenen Fällen noch eine nachfolgende Bearbeitung. Beyerit besteht aus 100 Teilen Marmorstaub, 10 – 25 Teilen Glaspulver, 5 – 10 Teilen in Pulver verwandelter gesiebter Kalk, gelöst im Wasserglas.

  1. Marmorit

Nach Losse wird dieses aus gleichen Teilen kleingemahlenem, geschlämmtem und geglühtem Magnesit und einer Lösung von schwefelsaurem Magnesium hergestellt. Beide Teile werden gut miteinander vermischt und das Gemisch wird in eine mit Fett geschmierte Form gegossen. Nach dem Festwerden der Masse kann man diese mit warmem Seifenwasser auswaschen.
Die festgewordene Masse sieht aus wie weißer Marmor und mit der Zeit gewinnt sie auch dessen Härte, so daß man sie zum Gießen von Büsten, Statuen usw. verwenden kann. Dabei kann man dieselben Formen verwenden, wie sie für Gipsarbeiten benutzt werden.

III. Harte Gipsmassen

  1. Kalkiger Gips

Um dem Gips mit Hilfe von Kalk mehr Härte zu verleihen, löscht man fetten Kalk vorsichtig ab, so daß er zu einem feinen Pulver zerfällt, und mischt das gewonnene Pulver in einer Menge von 10 Gewichts% des Gips mit letzterem. Zum Erhalt eines homogenen Gemisches werden die Pulver nach Möglichkeit in einem rotierenden Faß gemischt, damit eine ungleichmäßige Verteilung in der Masse nicht zu Unebenheiten in der vergossenen Masse führt.
Kalkiger Gips muß sorgfältig vor dem Zutritt von Luft bewahrt werden, damit der Kalk nicht das Kohlendioxyd anziehen kann. Die aus kalkigem Gips gegossenen Gegenstände werden nach einigen Monaten durch das Anziehen vom Kohlensäure-Anhydrid aus der Luft härter als solche aus gewöhnlichem Gips gegossene.

  1. Alaun-Gips

Für die Herstellung von Alaun-Gips wird Alabaster kleingemahlen und in einem rotierenden Faß sorgfältig mit 1/12 seines Gewichtes von zu feinstem Pulver zerstoßenem Alaun vermischt. Das Gemisch wird wird dann in kleinen Pfannen leicht gebrannt, wodurch eine leicht gelbliche Masse entsteht, die man leicht zu Pulver verarbeiten kann.
Beim Zerreiben des Alaun-Gipses mit Wasser entsteht eine dünnflüssige Masse, die erst nach 40 – 60 Minuten fest wird. Eine wenig gebrannte Masse verfestigt sich schneller als eine stärker durchgebrannte.
Eine gute Alaun-Gips-Masse kann man auch aus gewöhnlichem gebranntem Gips herstellen, wenn man anstelle von einfachem Wasser solches Wasser verwendet, in dem zu gleichen Teilen Alaun und Salmiak gelöst sind.

  1. Schwefelsaures-Kalium-Gips

Kann man nur zubereiten aus Gips, der frei ist von Kohlensäure-Kalk. Um diesen davon zu befreien, wird beim Mischen der Gipsmasse mit dem schwefelsauren Kalium kein reines Wasser verwendet, sondern mit Schwefelsäure angesäuertes.
Das feine Pulver von schwefelsaurem Kalium und das Gipspulver werden, wie auch beim kalkigen Gips, in einem rotierenden Faß gemischt.
Aus Schwefelsaures-Kalium-Gips gegossene Gegenstände sind leicht durchscheinend und zeichnen sich durch einen besonderen Glanz aus.

  1. Zink-Vitriol-Gips

Wird folgendermaßen gewonnen: in Wasser, das für das Zerreiben des Gips benutzt wird, löst man schwefelsaures Zink (Zink-Vitriol) und mit dieser Lösung wird der Gips bearbeitet.

  1. Borax-Gips-Masse

Wird wie folgt erhalten: zuerst wird eine kalte gesättigte Borax-Lösung zubereitet, indem man in kochendem Wasser so viel Borax löst, wie sich lösen kann. Dann läßt man diese Lösung 48 Stunden stehen und gießt die Lösung vom kristallisierten Borax ab.
In diese Lösung werden gebrannte Gipsstücke getan, den ganzen Tag darin belassen und nach dem Trocknen erneut gebrannt. Dabei wird bis zur rotglühenden Hitze erhitzt, um aus dem Borax das ganze Kristallwasser auszutreiben.
Danach werden die Gipsstücke gemahlen und mit Wasser zerrieben, in dem auf 100 Teile Wasser 10 Teile kohlensaures Natrium oder Kalium gelöst sind, und dann in die Form gegossen.
Die Borax-Gips-Masse härtet sehr langsam aus, weist aber nach einiger Zeit soviel Härte auf, daß man sie schleifen und polieren kann, wie natürlichen Kalkstein.

  1. Harte Gipsmasse nach Juhle

6 Teile Gips werden mit 1 Teil feingesiebtem frisch abgelöschtem Kalk vermischt und dieses Gemisch wird wie gewöhnlicher Gips verarbeitet. Danach, wenn diese Masse gut austrocknet, werden die fertigen Gegenstände mit einer Lösung von Eisen- oder Kupfer-Vitriol getränkt, dessen Basis sich mit Kalk absetzt und einen nicht löslichen Niederschlag ergibt.
Der zwischen den Gipsporen enthaltene Kalk zerlegt das Kupfervitriol und bildet zwei nicht lösliche Stoffe, und zwar: Schwefel-Kalzium-Salz und metallische Oxyde, welche die Poren des Gegenstandes vollständig ausfüllen.
Bei Verwendung von Zinkvitriol bleibt die Masse weiß. Bei Eisenvitriol wird sie anfangs grünlich gefärbt, aber beim Trocknen erhält sie die für Eisenoxyd charakteristische Färbung. Mit Eisen entsteht die härteste Masse; ihre Widerstandsfähigkeit ist um 20mal höher als die von gewöhnlichem Gips.
Um ein Maximum an Härte und Festigkeit zu erzielen, muß man möglichst schnell das Kalk-Gips-Gemisch mit der erforderlichen Menge Wasser vermischen. Vor dem Abhärten mit Vitriol muß die Masse gut getrocknet werden, damit die Lösung sie leicht durchtränken kann. Die Lösung muß gesättigt sein und der Gegenstand darf nicht länger als zwei Stunden darin eingetaucht werden.

Auf dem dieserart hergestellten Gips darf man keine Fingernagelkratzer mehr machen können. Wenn zu lange in die Lösung getaucht wurde, dann wird der Gips brüchig; wenn er nach dem ersten Eintauchen ausgetrocknet ist, dann wird ihm ein Zusammentreffen mit Wasser keinen Schaden zufügen.
Wenn man zuviel Kalk zusetzt, dann geschieht es, daß die Oberfläche so fest wird, daß sie kein Wasser und kein Öl aufnimmt. Die Oberfläche wird tatsächlich so hart, daß man sie mit einem G