Steine sprechen. Teil 8

Um endlich damit klarzuwerden, wie überhaupt ein Stein in der ersten Etappe seiner Geburt flüssig werden kann, kommen wir nicht umhin, die Grundlagen der Alchimie zu betrachten.
Heute zweifelt schon keiner mehr daran, daß dies eine Lügen-Wissenschaft ist, ein Überbleibsel der Unwissenheit des finsteren Mittelalters, ein Ergebnis des Aberglaubens und das Fehlen wissenschaftlicher Kenntnisse. Sowas Mystisches, nahe Zauberei u.ä.
Womit ist dann aber der Fakt zu erklären, daß fast alle bekannten Gelehrten, auf deren Gesetze sich bis heute die Wissenschaft stützt, sich mit Alchimie befaßt haben?

Megalith! Wer sind für dich die Alchimisten?

Denn als Lügenwissenschaft wurde sie zur gleichen Zeit bezeichnet, als die Theorie des Äthers als falsch anerkannt wurde!
Welch sonderbares Zusammentreffen, daß zusammen mit dem Verbot der Alchimie und das Äthers, zu Beginn des 20. Jahrhunderts, die Menschheit urplötzlich verlernt hat, künstliche Steine herzustellen und begonnen hat, mit den Füßen den primitiven Beton auf der Basis von Zement zu mischen. Und das ist, wie man es auch drehen und wenden mag, der Verlust von Hochtechnologien und deren Ersatz durch primitive.

Vielleicht ist es so, daß die Welt-Schicksals-Gestalter vorsätzlich unser Wissen und unsere Möglichkeiten begrenzt haben?
Uns wird eingebläut, daß die Alchimisten auf dem Wege von Beschwörungen und magischen Handlungen versucht haben, aus Blei Gold zu machen, und eine Menge Zeit auf die Suche nach einem „Stein der Weisen“ (im russischen wörtlich „philosophischer Stein“ – d.Ü.) vergeudet haben.
So ist der Mensch gebaut – wenn er Informationen von Gelehrten erhält, dann kommt ihm nicht in den Sinn, die Richtigkeit dieser Informationen anzuzweifeln. Und dann noch dieser Stein der Weisen. Also wahrlich, irgendein Abrakadabra.
Dabei ist es durchaus so, daß sobald man beginnt, sich damit auseinanderzusetzen, was der Stein der Weisen ist, die aufgezwungenen Vorstellungen von der Alchimie sogleich beginnen zu zerfallen.

Früher wurde das Wissen nicht in Wissenschaft, Kunst und Philosophie unterteilt. Alle diese drei Begriffe hatten eine gemeinsame Bezeichnung – Philosophie.
Später, etwa im Mittelalter, trennte sich die Wissenschaft von der Philisophie ab und begann eine weitere Unterteilung in Zweige und Unterbereiche.
Und die Kunst wurde weiterhin Philosophie genannt.
Es ergibt sich, daß der Stein der Weisen, der Philosophische Stein, einen durchaus bestimmten Sinn hatte – als künstlicher Stein.
Das ist es, womit sich die Alchimie in Wahrheit befaßte! Und deshalb müssen wir die Grundlagen dieser Wissenschaft kennen.

Аlchimie für Dummies

Kaum jemandem bekannt ist die Geschichte der Erlangung der „Smaragd-Tafel des Hermes“ (Trismegistos), und sie wird unverdienterweise von den Forschern nicht mit Aufmerksamkeit bedacht. Aber durchaus möglich, daß wir da gerade einen echten Brillianten in den Straßenstaub treten.

Steine sprechen. Teil 8 - Sankt Petersburg, Megalithen

Aus dem Latein ins Russische könnte man den Leitspruch so übersetzen: „Wenn du in die Tiefe der Erde eindringst, wirst du den Stein der Weisen herausholen“. (du findest die „gültige“ deutsche Übersetzung hieroder hier  oder hier – d.Ü.)

Die Symbolik des Wappens (oder des Emblems) ist schreiend freimaurerisch.
Das Hauptmotiv ist der Dualismus von Licht und Finsternis, Gut und Böse, West und Ost, des männlichen und des weiblichen. Im unteren Teil ist die Erde, links vom Schild mit dem siebenzackigen Stern, und… der Kosmos?
So kommt heraus, daß die Finsterlinge-Alchimisten durch ihre Unwissenheit meinen, daß die Begriffe „Erde“ und „Kosmos“ antagonistisch sind, und noch dazu gleichwertig in ihrem Umfang oder ihrer Bedeutung?

Und auch der Leitspruch selbst läßt einen natürlich darüber nachdenken, was im Kopf seines Autors vor sich ging. Der erste Gedanke, der da dem modernen gebildeten Menschen in den Kopf kommt, muß doch sein, daß die Alchimisten, wie verirrte, finstere Unwissende, darauf gehofft haben, daß sie sich einen Schacht graben und dort einen Steinklumpen finden.
Aber vielleicht ist der Stein der Weisen überhaupt kein Stein?
Vielleicht ist er etwas, wovon wir kein Verständnis, keinen Begriff haben?
Aber zuerst ein wenig Basisinformation:

Die Smaragdtafel des Hermes (лат. Tabula Smaragdina Hermetis)
Die Smaragdtafel des Hermes (лат. Tabula Smaragdina Hermetis)

Irgendwie zweifele ich nicht daran, daß man versucht, diese zu lesen, indem man sie auf den Kopf stellt. Sie gilt als das wichtigste Denkmal des arabischen mittelalterlichen Hermetismus und hat in der lateinischen Übersetzung große Verbreitung erlangt.
Gemäß der Legende wurde der Text der Tafel von Hermes Trismegistos auf einer Smaragd-Platte in einem ägyptischen Tempel hinterlassen und dann auf dem Grabe des Hermes später von Apollonius von Tyana, einer anderen Version nach von Alexander dem Großen, entdeckt.

Aber nach Meinung der Okkultisten ist die „Tafel“ eines der ältesten Denkmäler des ägyptischen Hermetismus. Sie stellt eine ungemein konzentrierte Formulierung der Grundlehren der hermetischen Philosophie dar, sozusagendas hermetische „Glaubenssymbol“.
Nach einer verbreiteten Auslegungsversion der „Smaragdtafel“ ist auf ihr das Rezept der alchimistischen Großen Erzeugung, das heißt das Rezept zur Herstellung des Steines der Weisen.

Allen ist bekannt, daß Wissen Macht ist, aber genauso bekannt ist, daß niemand freiwillig, uneigennützig die Macht mit anderen teilen wird.
Ich rede nicht von jenem Wissen, das die Sklaven benötigen, um erfolgreich für ihren Herrn arbeiten zu können. Ich meine jenes Wissen, das dem Herrn es ermöglicht, Sklaven so in Abhängigkeit zu halten, daß die Sklaven dabei ehrlich daran glauben, daß sie absolut frei seien.
Ich schlage vor, sich mal in den Sinn eines dieser Zitate von der „Tafel“ hineinzudenken.

„Wahrlich – ohne jegliche Lüge, richtig und in höchster Potenz wahr: Das was sich unten befindet, ist analog dem, was sich oben befindet.“

Ist unsere Welt eine Matrjoschka? (das sind die bekannten russischen Puppen, wo sich immer eine in der anderen befindet – d.Ü.)
Die Erde ist hohl und darinnen ist dasselbe, wie am Himmel? Mond, Sonne und Sterne?
(bitte beachten: „analog“ ist nicht „gleich“! – d.Ü.)

„Und das, was oben ist, ist analog dem, was unten ist, damit sich das Wunder des einen Dinges erfüllt.“

Welches Dinges?

„Und ähnlich dem, wie alle Dinge von dem Einen herstammen, so wurden alle Dinge von dieser einen Wesenheit durch die Vorrichtung geboren.

Die Sonne ist der Vater, der Mond ist die Mutter.“

Von welcher Wesenheit, Geburt von Mond und Sonne wird hier gesprochen? Warum braucht sie Vorrichtungen und wer ist der Meister, der die „Vorrichtungen“ herstellt?

„Der Wind trug sie in seinem Leibe. Die Erde ist ihre Amme.“

Der Wind als Mutter-Surrogat?

„Diese Sache ist der Vater jeglicher Vollkommenheit im gesamten All.“

Sowas ähnliches habe ich von den Illuminaten gehört.

„Die Kraft bleibt ganzheitlich (also unverbraucht), wenn sie sich in Erde verwandelt.“

Du trennst die Erde vom Feuer, das Feine vom Groben vorsichtig und mit großer Kunst.

Dieses Ding steigt von der Erde zum Himmel auf und sinkt wieder zur Erde nieder, dabei Kraft schöpfend sowohl von den höheren als auch von den niederen Bereichen der Welt.“

Überhaupt eine echte Psychedelik.

„Auf diese Weise wirst du den Ruhm der ganzen Welt erhalten.

Deshalb wird jegliche Finsternis von dir weichen.

Dieses Ding ist die Kraft jeglicher Kraft, denn es besiegt das feinste Ding und dringt in jegliches hartes Ding ein.“

Und wieder Luziferisches…

„So wurde die Welt erschaffen.“

So wurde die Welt erschaffen? Ich habe nichts aus der Beschreibung der Erschaffung der Welt verstanden…

„Hieraus entstehen erstaunliche Vorrichtungen, deren Verfahren so ist.“

das heißt so, wie oben dargelegt. Aber… So werden auch andere Werkzeuge!

„Deshalb wurde ich Hermes der Dreifach-Größte genannt, weil ich die Erkenntnis der drei Teile der Weltall-Philosophie habe.“

Bescheiden, aber mit Würde.

„Es reicht das, was ich über die Wirkung der Sonne gesagt habe.“

Man kann natürlich an der Echtheit der Tafel selbst zweifeln, wie auch an der Genauigkeit der Übersetzung. Wer kann das überprüfen? Wieviele Menschen auf der Erde sind fähig, diesen Text zu lesen?
Ich selbst zweifele praktisch nicht daran, daß egal wieviele Fachleute diesen Text übersetzen werden, genausoviele Übersetzungen entstehen werden, die einander nicht ähneln.

Ich kann mich nicht von dem Gefühl freimachen, daß die Alchimie absolut nicht das ist, was man uns eingeblasen hat.
In der Alchimie ist alles zweifach oder dreifach „verparoliert“.
Oder es gibt sogar sieben „Schichten“, wie in der Matrjoschka! Man sagt dir „Löwe“, und du mußt wissen, daß das „Sonne“ bedeutet, aber gleich mußt du „Sonne“ in „Gold“ übersetzen, und „Gold“ hat dann wahrscheinlich auch noch einen geheimen Sinn, und insgesamt sind es sieben.
Aber in welchem Falle man welchen Sinn dort hineinlegen muß, ist unverständlich.

Erinnert ihr euch, was eine Parole ist? Richtig. Ein geheimes Wort, dessen wahre Bedeutung nur Eingeweihten bekannt ist. So wie bei den Militärfliegern „Schächtelchen“ eben die Panzerfahrzeuge des Gegners genannt werden, und bei den Aufklärern hat ein „slawischer Schrank“ überhaupt keine Beziehung zu Möbeln.

Erinnert ihr euch an solche eine einfache, aber gleichzeitig geniale Art der Chiffrierung der Information wie Zahlenkolonnen, wo jede Zahl eine Seite in einem bestimmten Buch, eine Zeile und die Nummer des Wortes in der Zeile bedeutet?
Diese Chiffriermethode ist für denjenigen, der nicht weiß in welchem Buch, welches Verlages und welchen Jahres Ausgabe man das gesuchte Wort suchen muß, praktisch nicht zu knacken, um den Text wiederherzustellen.
Aber auch das ist zuwenig. Man muß auch wissen, in welcher Reihenfolge in den Zahlenkolonnen die Seitenzahlen, Zeilennummern und Wortpositionen stehen. Und das kann nur der Adressat wissen.

Ja, und für das Lesen alchimistischer Traktate ist es ebenso notwendig, ähnliche Daten zu haben. Tabellen und das Wissen dazu, wie man diese benutzt. Anderenfalls erhält der Dechiffrierer ein unverständliches Wortgemenge. Und das im besten Falle.

Und noch ein Gedanke dazu:

tabula smaragdina

Die Überschrift wird aus dem Latein als „Smaragdtafel des Hermes“ übersetzt – Hermes hier nicht als der griechische Gott, sondern der arabische Alchimist, der offiziellen Version nach.
Im unteren Teil wird die Aufschrift wörtlich als „geheimes Wort des Hermes“ übersetzt, und in verständlicher Sprache einfach als „PAROLE des Hermes“, d.h. des Autors des Manuskriptes.
Und hier noch eine Variante der Gravur, eine spätere, die schon farblich gestaltet ist. Farben spielen in der Alchimie eine hochwichtige Rolle, daher ist es sinnvoller, genau diese Abbildung anzuschauen.

мегалит

Beginnen wir mit den „Haken“. Sonne und Mond sind keine Planeten. In der Alchimie hat jedes Symbol seine Bedeutung, manchmal mehrere. Welches davon in jedem konkreten Falle zu benutzen ist, wissen nur die wirklichen Alchimisten. Also:

Sieben Metalle der Alchimie entsprechen seiben Himmelskörpern:

  1. Sonne – Gold,
  2. Mond – Silber,
  3. Venus (Ankh auf grünem Grund) — Kupfer,
  4. Jupiter — Zinn,
  5. Merkur (Ankh mit „Hörnern“) — Quecksilber,
  6. Saturn – Blei,
  7. Mars — Eisen.

Jetzt ist verständlich, warum Gold auf Latein Auro (aurum) heißt. Die Sonne hat auch eine Aura oder Korona, wie bekannt. Der Mond auf Latein ist Lunae, dafür ist Silber auf Englisch silver. Und tatsächlich, der Mond hat gewöhnlich ein silberfarbenes Licht.
Interessant, daß die Venus auf Latein Venerem geschrieben wird. Erinnert ihr euch, daß die Venus auch eine inoffizielle Bezeichnung hat, die in Rußland wenig benutzt wird? Aber im Westen wird oft vom „Russen-Planeten“ gesprochen – warum? Das weiß keiner. Wir aber wissen, daß die Veneter ein slawischer Stamm waren, und die Esten nennen bis heute die Russen „VENE“. Und die Wurzel des Wortes „Venerem“ ist genau „Vene“.

Mit dem Merkur ist es besonders schön. Sowohl in Latein als auch in Englisch schreiben sich „Merkur“ und „Quecksilber“ gleich – „mercury“ – allerdings wurde bei der Erstellung des Lateinischen die Endung „-us“ an jene Wörter angehängt, die aus einer anderen Sprache änderungslos übernommen wurden.
Ähnlich in der abchasischen Sprache, wo alle übernommenen Wörter genauso klingen wie original, nur daß ein Buchstabe „A“ vorangestellt wird. So kommt es, daß bei uns in Abchasien auf der Straße so lustige Aufschriften zu finden sind wie „Akino“, „Astadion“, „Atheater“ usw.

Saturns Blei auf englisch ist lead. Kommt nicht daher der „Leader“, der Führer?
Und der Mars ist, wie es sich für einen Krieger gehört, in einem eisernen Harnisch, darum auch ferri (ferrum). Aber die rote Farbe erhält der Boden gerade vom Eisen! So kommt es raus, daß die Finsterlinge-Alchimisten davon wußten, daß es auf dem Mars jede Menge Eisenerz gibt?

Noch ein bemerkenswerter Punkt. Die Historiker behaupten, daß die Alchimie mit ihren Wurzeln bis ins antike Ägypten zurückgeht! Wenn das so ist: woher konnten sie von der Existenz des Zinns wissen? Zinn wurde doch erstmals aus Kasserit gewonnen, einem Erz, dessen Vorkommen ausschließlich auf den Britischen Inseln existierten!
(woraus eigentlich nur zwei Schlüsse möglich sind: entweder die „Tafel“ stammt aus einer viel jüngeren Vergangenheit, oder unsere Zivilisation ist nicht die erste, und das Wissen aus früheren ist irgendwie auf diese Tafel gelangt – d.Ü.)

Na und, was erhalten wir an Ende aus den sieben Hauptmetallen der Rede?
Daran, daß auf der Gravur eine Formel abgebildet ist, zweifele ich praktisch nicht. Der Pokal bedeutet in der Alchimie gewöhnlich einen Vermischungsprozeß. Wobei es so sein kann, daß die Vermischung in zwei oder mehr Etappen durchgeführt wird.
Sodann werden die Komponenten in der Menge aufgeführt, welche für die Mischetappen erforderlich sind. Eine Rolle spielt dabei auch die Reihenfolge der Komponenten. Von oben nach unten und von links nach rechts werden die Elemente in der Reihenfolge der Verringerung ihres Anteils im Gemisch abgebildet.
In unsererm Falle ist die Hauptkomponente Gold. Dann folgt etwas weniger Silber usw. Am wenigsten wird in der L